Dorfleben

Dienstag, 30. Dezember 2025

Aus der Schiffs-Kombüse nach Waltensburg

Waltensburg, Drohnenaufnahme Mäsi Volken

Auf den Weltmeeren hat er sich in der Besenkammer das Foto-Entwickeln beigebracht - nun findet Mäsi Volken mit seinem geschulten Blick die schönsten Ecken in der Surselva oder der grossen weiten Welt.

Mäsi Volken macht vielleicht die schönsten Bilder von Brigels und Umgebung. Bestätigen will er meinen Eindruck nicht: dafür ist der Fotograf aus Waltensburg zu bescheiden. Am 30. Dezember 2025 stand er uns für ein kurzes Interview Red und Antwort. Wo die schönsten Foto-Hot-Spots sind in Brigels, das will er jedoch nicht einfach so verraten: auf zu vieles kommt es dabei an: Wetter, Jahreszeit, Stimmung und natürlich das Licht... Und ausserdem braucht es für ein perfektes Foto noch einiges an Technik-Verständnis…! Doch wo man seine schönen Fotos kaufen kann, das verrät er uns gerne am Ende des Interviews!

Esther Pfister: Mäsi, wie kamst du nach Brigels?

Mäsi Volken: Gereizt hat mich der Beruf als Bäcker und da habe ich hier in Brigels eine Stelle gefunden bei der Bäckerei Gabriel. Und ausserdem ist es eine schöne Gegend, schöne Natur. Ja, und dann kamen wir mit der ganzen Familie hierher.

Du bist im Toggenburg aufgewachsen und dann über die Weltmeere gefahren - wie kam es, dass du in der Surselvaa gelandet bist?

Ja, das stimmt, ich bin als junger Burscht als Bäcker auf ein Frachtschiff und bin so 9 Monate um die Welt gereist.

Wie kommt man auf die Idee, auf ein Frachtschiff zu gehen?

Mich hat es gereizt, zu schauen, was hinter dem Zaun ist. Und diese Faszination fürs "andere", diese Neugier ist bis heute geblieben. Ich habe auf dieser Reise ganz viele unterschiedliche Menschen aber auch Staaten kennengelernt. Und dies hat mir geholfen die Zusammenhänge auf dieser Welt zu verstehen.

Ursprünglich war eigentlich die Idee nur, aus der Schweiz wegzukommen, sie war mir "zu eng". Ich wollte also reisen und arbeiten und Geld verdienen. Da war die Idee, als Bäcker auf ein Schiff zu gehen die Lösung.

Ich habe auf dieser Reise viel Schönes gesehen, aber auch viel Leid und Armut. Dies hat mich geprägt, bis heute.

Nun warst du schon fast überall in der grossen weiten Welt - und nun bist du hier in der Surselva, umzingelt von Bergen. Ist er dir hier nicht zu eng?

Nein, ich finde es eine gute Kombination. Ich habe als Fotograf immer wieder die Möglichkeit, raus zu gehen in die Welt und Projekte machen. Ich bin mein eigener Chef und kann für mich arbeiten. Ich suche mir so auch Destinationen aus, wo ich mich selbst weiterentwickeln kann und den Leute [auf meinen Fotoreisen] etwas zeigen kann. Nach den Reisen gibt es dann die Multivisons-Shows und Ausstellungen, das ist die Weiterführung meiner Arbeit.

Du hast deinen eigenen Stil entwickelt. Kannst du uns beschreiben, was du mit deinen Fotos zeigen möchtest?

In erster Linie sind es geschenkte Momente, die ich festhalten darf. Ich möchte jedoch auch mit jedem Bild etwas erzählen. Es soll beim Betrachter etwas auslösen, es soll etwas haften bleiben. Das ist manchmal die Gefahr bei Multivisions-Shows: man reiht Bild an Bild und hat dann zwar einen schönen Abend, aber kann gar nicht mehr so viel mitnehmen.

Ich möchte nachhaltig fotografieren. Auf meinen Fotoreisen möchte ich den Leuten zeigen, wie schön diese Welt ist. Ich möchte sie an Orte mitnehmen, wo sie von sich auch vermutlich nicht hingehen würden. Und damit kann ich den Horizont der Leute erweitern. Gerade auch für solche, die z.B. nicht mehr so gut zu Fuss sind und selbst nicht mehr so reisen können. Diesen Leute kann ich die Bilder in die Stube oder an die Vorträge bringen.

Nun sind wir hier ja in der Surselva. Was ist dein Geheimtipp: Wo kann man in der Surselva die schönsten Fotos machen?

Es gibt ganz viele schöne Ecken, an die ich immer wieder gerne zurückgehe. Es ist aber jedes Mal wieder anders. Ich kann nicht sagen, "steh hier hin, das ist der beste Punkt für ein Foto." Es kommt aufs Licht drauf an, die Jahreszeit, die Umstände, das Wetter und was man sonst noch antrifft.

Man kann eigentlich überall schöne Bilder machen, man muss dafür nicht extra nach Grönland reisen. Dies ist zwar etwas "exklusiv", weil man dies hier nicht hat.

Ein wunderbarer Ort ist im Tennigerbad [Im Val Sumvitg], wenn man die Technik der Kamer ein bisschen im Griff hat und mit Langzeitbelichtung das Wasser weich über die Steine fliessen lassen kann.

Hast du ein Lieblingsbild aus der Surselva?

Als Fotograf ist man immer auf der Suche nach dem Top Shop - dem besten Bild, das man machen kann. Ich glaube jedoch, das "beste Bild" gibt es nicht. Fotografieren ist eine Reise oder wie ein Puzzle, das Stück für Stück immer vollständiger wird. Dies ist ja auch das Spannende: dass es ein kreativer Prozess ist, der sehr individuell ist und wo man sich immer weiter entwickelt.

Ich muss aber schon sagen: das, was man am Ende sieht, ist ein sehr kleiner Teil der ganzen Arbeit, die im Hintergrund passieren muss. Dies beginnt bei der Planung der Reise, mit dem Flieger wohin und dann mit riesen Umständen endlich mal dort ankommen, wo du hin willst. Und dann muss ja dann auch noch alles passen mit den Leuten, Wetter, usw. Die hunderttausend Bilder, die am Ende niemand sieht, sind ein wichtiger Teil der Reise/des Prozesses. Sie schärfen die Sinne, für das was man wirklich schön findet und zeigen möchte.

Kann man auch mit einem Handy schöne Fotos machen? Und hast du uns Tipps dafür?

Ja, ganz bestimmt kann man mit einem Handy schöne Fotos machen. Man hat es immer dabei und kann "schnell" ein Foto schiessen.

Ich für mich wähle einen anderen Weg. Ich nehme mir Zeit. Für meine Frau manchmal zu viel Zeit…! Aber diese Zeit braucht es. Es ist ein Warten auf den richtigen Moment.

Vielleicht ein Beispiel dazu: Wir sahen letztes Jahr in Island einen Seehund, der sich sehr schön auf einem Stein präsentierte. Wir sassen zwei Stunden da - und meine Frau wollte endlich weiter. Doch ich blieb. Ich wollte, dass er mal die Flosse so hebt, und in die Kamera winkt. Schlussendlich kam dieser Moment und es gab ein tolles Foto. Aber es brauchte enorm viel Geduld, auf diesen Moment zu warten. Aber genau darauf arbeitet man hin.

Die Leute sehen dann das Foto und finden "hey cool". Doch was es alles braucht bis dorthin! Die Reise, das Technikverständnis der Kamera, die Ausrüstung, auch dies ein wichtiger und kostspieliger Aspekt! Mit einem Handy ist man technisch natürlich viel schneller limitiert.

Vielen Dank, Mäsi für deine Geduld auch hier für dieses kurze Interview!

Hier ist das Interview als Video:

Interview: Esther Pfister, Brigels Insider am 30. Dezember 2025
Kamera: Remo Pfister

Die wunderschönen Fotos von Mäsi kannst du über seine Website maesi-fotografie.ch bewundern und beziehen.

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Brigels Insider wurde von Esther Pfister ins Leben gerufen. Sie ist mit dem Brigelser Remo Pfister verheiratet; sie wohnen mit ihrer Familie in Zürich. In Brigels vermieten sie im neu umgebauten Elternhaus von Remo Pfister zwei Ferienwohnungen: www.casacambrus.ch.

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