Wenn nochmals soviele Gäste ins Dorf kommen, wie die Wohnbevölkerung, dann muss der Dorfladen etwas leisten! Wie man das schafft, erzählt uns die Geschäftsführerin vom Volg in Brigels gleich persönlich.
Brigels ist ja eigentlich ein kleines Bergdorf mit rund 650 ständigen Einwohnern in Brigels selbst. Doch wenn im Winter oder im Sommer nochmals soviele Gäste kommen, dann muss der Dorfladen gleich doppelt so viel leisten. Für die Geschäftsführerin vom Volg in Brigels, Margrit Eggenberger, ist dies eine gewohnte Herausforderung! Wie sie diese meistert, erzählt sie uns im persönlichen Interview.
Brigels Insider, Esther Pfister: Margrit, du führst seit 2012 den Volg in Brigels. Wie war es für dich, plötzlich die "Frau Volg" im Dorf zu sein?
Margrit Eggenberger, Geschäftsführerin Volg Brigels: Ich kannte Brigels bereits, weil ich von 1994-1998 hier gearbeitet habe: Im Skigebiet und im Volg. Doch danach war ich viele Jahre bei Volg in Gams, wo ich auch herkomme, zuletzt als Filialleiterin. Als dann die Stelle als Filialleiterin in Brigels frei wurde, da habe ich mich beworben, und es hat geklappt!
Viele Leute kannten mich noch von früher, wenn auch nur vom sehen. Somit habe ich mich sofort daheim gefühlt in Brigels und bin drum auch im April 2012 nach Brigels gezogen. Seit dann hat sich viel verändert, vor allem mit dem Pradas Resort wurde alles noch viel grösser! Seit 2015 ist der Umsatz z.B. um XXX gestieben.
Angesprochen werde ich manchmal schon im Dorf, meistens nur für Negatives, aber es geht, die Leute sind sehr nett hier!
In Brigels selbst wohnen ca. 650 Einwohner. Während der Hauptsaison sind jedoch mehr als 3x so viele Leute im Dorf. Wie bereitest du dich mit dem Volg auf den grossen Anstsurm vor?
Ja, das ist tatsächlich eine Herausforderung! Der Laden ist eigentlich dauernd entweder zu klein oder zu gross! Am extremsten ist der Ansturm zwischen Weihnachten und Neujahr: da sind einfach alle hier. In den Sportferien verteilt es sich etwas besser auf mehrere Wochen.
Die grösste Herausforderung ist es, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um dann "viel" zu bestellen. Da ist jeweils schon ein komisches Gefühl: da läuft wochenlang nicht viel - und du musst Berge-weise Ware bestellen, weil in der kommenden Woche einfach plötzlich 5x so viele Leute im Dorf sind!
An einem Samstag in der Hochsaison machen wir rund Fr. 30'000.- Umsatz, an einem guten Samstag in der Nebensaison Fr. 9'000.-. Und der Rekord an einem Sylvester waren Fr. 48'000.- Umsatz an einem Tag: das ist enorm für so einen kleinen Laden!
Kaufen die Gäste anders ein, als die Einheimischen? Was sind die Trendprodukte in der Hochsaison?
Ja, definitiv! In der Hochsaison brauche ich viele "alternative" Produkte wie z.B. Hafer- oder Madelmilch, laktose- und glutenfreie Produkte und auch mehr Bio- und Vollkorn-Produkte oder solche mit reduziertem Fettgehalt, wie z.B. Drink-Milch. Auch alternative Proteine wie z.B. Erbsen-Teigwaren, fragen fast nur Gäste nach. Für die Einheimischen brauche ich das fast gar nicht, da wir noch "normal" gegessen! <lacht>
Wieviel WC-Papier verkaufst du in einem Februar?
XXX
Und was ist dein Lieblingsprodukt aus dem Volg?
Schoggi…! Am liebsten die Cailler Air Schoggi. Doch die Schoggi wurde dermassen viel teurer, dass auch ich manchmal dann doch verzichte oder auf eine Günstigere ausweiche.
Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist den Leuten hier schon wichtig: wenn die Preise steigen, wie bei der Schoggi, dann kaufen die Leute weniger ein oder wählen ein günstigeres Produkt. Umso mehr freut es mich, dass ich auch ab und zu wieder Preise senken kann: Teigwaren wurden soeben z.T. fast Fr. 1.- billiger pro Packung!
Herzlichen Dank für deine spannenden Auskünfte, Margrit!
Das Interview mit Margrit Eggenberger wurde am 2. Mai 2026 in Brigels geführt durch Esther Pfister, Brigels Insider.


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